Ali

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   2001
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Filmhandlung und Hintergrund

Ali: Faszinierendes Boxer-Biopic über die zehn ereignisreichsten Jahre im Leben der Sportlegende Muhammad Ali.

In den 60ern macht ein junger schwarzer Boxer (Will Smith) von sich reden, der nicht den gängigen Klischees entsprechen will und den Mund gern voll nimmt. Cassius Clay alias Muhammad Ali lässt Sprüchen Taten folgen: Er erobert 1964 den Schwergewichts-Weltmeistertitel, konvertiert zum Islam, wird zur Unperson einer patriotisch gestimmten Heimat und zum Helden des Black-Power-Movement, als er nassforsche Medienvertreter auflaufen lässt und nicht für Uncle Sam Vietnamesen töten mag.

Meisterregisseur Michael Mann („Heat„) konzentriert sich in seinem packenden Dokudrama auf das ereignisreichste Jahrzehnt in Alis Karriere, während ein zum Muskelmann gereifter Will Smith („Men in Black„) dem Titelhelden glaubhafte Gestalt verleiht.

Cassius Clay kann Sonny Liston 1964 den Schwergewichtstitel abnehmen. Der Champ konvertiert bald darauf zum Islam, erhält den Namen Muhammad Ali und heiratet die frei denkende Sonji. Die Ehe scheitert, und aus religiösen Gründen verweigert Ali den Kriegsdienst in Vietnam. Daraufhin wird er angeklagt und ihm die Boxlizenz entzogen.

Zwischen 1964 und 1974 regiert er die Boxwelt: Muhammad Ali. Der geniale Faustkämpfer, schlitzohrige „Politiker“ und begnadete Redner spaltet die Öffentlichkeit. Als Aushängeschild schwarzer Bürgerrechtsorganisationen, Liebkind der Nation of Islam und der Black Panther hassen ihn die Rassisten. Und von anderen wiederum wird er für Werbezwecke missbraucht – doch er bleibt sich selbst treu. Den Kriegsdienst in Vietnam verweigert er und erregt so den Zorn der Obrigkeit. Die Folge: ein Boxverbot am Höhepunkt seiner Karriere…

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Kritikerrezensionen

  • Muhammad Ali ist die Sportlegende schlechthin. Die ereignisreichste Dekade (1964-74) im turbulenten Leben des extravaganten Boxchampions wurde jetzt von Meisterregisseur Michael Mann („Insider“) auf Zelluloid gebannt. Er liefert einen impressionistischen Einblick in Alis facettenreiche Identität als Boxer, Moslem, Kriegsdienstverweigerer, Kulturikone, Familienvater, Freund und Frauenheld. Als Protagonist des ambitionierten Biopics fungiert ein rigoros durchtrainierter Will Smith („MIB“), dessen oscarverdächtiges Porträt so angegossen sitzt wie die Faust im Boxhandschuh.

    Mit einem superben Prolog demonstriert Mann umgehend seine beträchtliche Kompetenz, starke Bilder und passenden Sound aussagekräftig zum Einsatz zu bringen. Ein Auftritt von R&B-Sänger Sam Cooke wird mit einem fließenden Bilderstrom von Cassius Clays Training im Ring, prägenden Kindheitserinnerungen von allgegenwärtigem Rassismus, einer Rede von Malcolm X und Alis persönlichen Beziehungen gegengeschnitten. Elegant und zeitsparend wird eine Flut von Informationen vermittelt, und sofort ist der Ring frei für Alis berühmtes Titelmatch gegen Sonny Liston. Die Inszenierung eines Boxkampfes wurde selten so mitreißend und eindringlich ausgeführt wie hier: Die Wucht der Schläge, das pumpende Adrenalin, die unverhohlene Aggression, die unterschwellige Furcht und der Enthusiasmus des Publikums springen regelrecht von der Leinwand und geben dem Zuschauer – wie kein Film mehr seit Scorseses „Wie ein wilder Stier“ – die Illusion, selbst im Ring zu stehen. Ali gewinnt, die Medien sind begeistert. Dank seines überschäumenden Charismas, seiner notorischen Großmäuligkeit, seiner arroganten Überheblichkeit gegenüber Opponenten, seiner Zugänglichkeit zu seinen Fans und seines schlagfertigem Witzes avanciert er zum ersten afroamerikanischen Superstar. Bald aber schockiert der Publikumsliebling mit seiner Mitteilung, zum Islam konvertiert zu sein. Mann skizziert wenig vorteilhaft die Nation-of-Islam-Elite, die Ali für ihre Publicityzwecke ausbeutet, sich jedoch während seines Karrieretiefs von ihm distanziert. Alis vorübergehender Fall wird eingeläutet von seiner Weigerung, sich für den Kriegsdienst in Vietnam einziehen zu lassen. Er wird angeklagt, verliert seine Boxlizenz und muss sein gesamtes Vermögen für Gerichtskosten aufwenden. Der letzte Teil des für 105 Mio. Dollar realisierten Epos widmet sich dem Comeback-Fight in Zaire gegen George Foreman (imponierend mit seiner schieren Körperpräsenz: Boxer Charles Sufford) und lässt den Film mit einer triumphalen Note enden.

    Für seine Darstellung des Schwergewichtsweltmeisters verwandelte Smith nicht nur seinen Körper mit einer Gewichtszunahme von 15 Kilo, er studierte zudem die melodische Sprechweise des Champs und seine charakteristischen tänzelnden Bewegungsabläufe im Ring exakt ein. Mit viel Feuer in den Augen erweckt er den kontroversen Helden glaubwürdig zum Leben. Mann ist bei seiner Inszenierung weniger an der genreüblichen faktenabdeckenden Exposition gelegen, vielmehr wird Alis komplexer und oft widersprüchlicher Charakter vor allem durch seine persönlichen Bindungen definiert. Mit Mentor Malcolm X (Mario Van Peebles) verbindet ihn tiefe Freundschaft, die er jedoch auf Anweisung von Nation-of-Islam-Führer Elijah Muhammad aufgibt. Seine Religiosität führt auch zur Scheidung von seiner ersten Ehefrau, der freidenkenden Sonji (Smith‘ Ehefrau Jada Pinkett-Smith). Gleichzeitig toleriert Ali anders als seine Glaubensgenossen seinen katholischen, weißen Trainer Angelo Dundee (Ron Silver) und seinen jüdischen Cornerman Brown (Jamie Foxx als sehr humaner Suchtkranker). Trotz seiner strengen Gläubigkeit kann Ali auch nicht von zahlreichen außerehelichen Affären (die hier lediglich angedeutet werden) lassen. Bei der perfekt besetzten Darstellerriege brilliert Jon Voight (durch Makeup und Perücke fast nicht wieder zu erkennen) als der von Ali schwer getriezte Sportreporter Howard Cosell, der ihm dennoch auch in schlechten Zeiten die Stange hält. An vielen Originalschauplätzen mit grobkörnig-ausgewaschenen Film aufgenommen, wird ein Cinema-Verite-Look erzielt, was noch durch die sorgfältige Rekreierung der Ära unterstrichen wird. Die in der Oscar prämierten Ali-Dokumentation „When We Were Kings“ eingefangene echte fiebernde Aufregung des Publikums, die Ali beim Rumble In The Jungle zum Sieg beflügelte, konnte allerdings selbst ein Kinomagier wie Mann nicht überzeugend nachstellen – daher kein Sieg durch K.O., aber doch souverän nach Punkten. ara.

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