Avengers: Infinity War Poster

„Avengers 3: Infinity War“- die spoilerfreie Kritik: Thanos ist endlich da!

Teresa Otto  

Das Mega-Event des Marvel Cinematic Universe – kurz MCU – steht unmittelbar bevor. Seit 10 Jahren warten Fans auf das Erscheinen des Tyrannen Thanos. Nun ist er endlich da. Mit „Avengers 3: Infinity War“ vereinen sich 18 Superhelden-Filme aus dem Hause Marvel zum ersten Teil eines fulminanten Finales.

Eine kleine Anmerkung vorab: Wer Antworten auf die folgenden Fragen sucht – „Wer stirbt?“, „Wo befindet sich der Seelenstein?“, „Was für einen Schaden wird Thanos anrichten?“ – wird sie in dieser Kritik über „Avengers: Infinity War“ nicht finden. Sie ist SPOILERFREI und soll euch die Filmfreude nicht verderben.

 

Pre-Thanos: Die Avengers sind gespalten

Zur Wiederholung: Die Avengers sind nach den Ereignissen von „Captain America: Civil War“ gespalten und überall auf der Erde verstreut. Thor, Loki und der Hulk treffen bei ihrer Suche nach Asyl im Weltall auf Thanos‘ Flagschiff, die Guardians of the Galaxy suchen sich Aufträge im Weltall und Spider-Man, Doctor Strange sowie Black Panther schützen, was ihnen heilig ist.

Alle MCU-Filme in der chronologischen Reihenfolge

Andernorts dürstet es dem Tyrannen Thanos nach den sechs Infinity-Steinen: Macht, Zeit, Seele, Raum, Gedanken und Realität will er kontrollieren. Sein ultimatives Ziel: Die Auslöschung des Lebens im Universum. Vorhang auf zu „Avengers: Infinity War“.

Das Ying und Yang des MCU

Wenn dieser Film vorab eines versprach, dann dass der bisherige Status Quo im MCU gehörig durcheinander gebracht wird. Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth) und Hulk (Mark Ruffalo) seien genauso wenig sicher wie die späteren Publikumslieblinge rund um Spider-Man (Tom Holland), die Guardians (Chris Pratt, Zoe Saldana & Co.), Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) und Black Panther (Chadwick Boseman).

Doch wo auf der einen Seite die Helden mit aller Macht versuchen, an ihrer heilen Welt festzuhalten, ist Thanos (Josh Brolin) vom Tod getrieben. Durch Tod gibt es Leben ist seine Devise. Das mag auf den ersten Blick komisch klingen, die Russo-Brüder, die zum dritten Mal bei einem Marvel-Film Regie führten, schaffen es jedoch, diesem Ying-Yang-Gleichnis eine geerdete Komponente zu verleihen. Das Drehbuch umgeht hier (endlich!) das Problem, den Marvel-Gegenspieler zur eindimensionalen Figur zu machen. Thanos weiß, wofür er kämpft, glaubt an seine Sache und wird somit greifbar. Und nicht nur das: Er bekommt ebenso Gefühle, die nachvollziehbar sind.

Was jedoch besonders beeindruckt, ist die Balance des Films. Knapp 30 Megastars in einem Film, jeder mit einem Ego von der Größe des Avengers-Wolkenkratzers. Es hätte viele verärgert, wenn alles in einer gigantischen Wolke des Nichts verpufft wäre, anstatt ein kohärentes Ganzes zu ergeben.

Die gute Nachricht: Dieses Meisterstück ist gelungen. Die Geschichte wird trotz 149 Minuten Laufzeit nie langweilig. Höhen und Tiefen, Liebe und Hass, Spektakel und ruhige Momente wechseln sich gekonnt ab, sodass ihr keine Sekunde des Films verpassen wollt.

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Die Russos schaffen es mühelos, sich in ihre verschrobenen Helden hineinzuversetzen. Während hier und da ein paar Charaktere zu kurz kommen, erhalten wir Einblicke in einige der dunkelsten Geheimnisse und sehen die größten Stärken und Schwächen der Superhelden. Emotional wird hier alles geboten: lachen, weinen, mitfiebern – in „Avengers 3“ durchläuft man jede Empfindung wohl mindestens einmal. Was dabei nie zu kurz kommt: die Unterhaltung.

Endlich trifft Magie auf Wissenschaft, aufgeblasenes Ego auf aufgeblasenes Ego, Witzbold auf mürrischen Einsiedler, Popkultur auf selbstreferentielles Marvel-Phänomen. Und es begegnen sich alte Freunde, die schon lang keine Zeit mehr hatten, um ihre neuesten Frisuren zu vergleichen.

Man merkt deutlich, dass die 10 Jahre Vorlaufszeit seit „Iron Man“ nötig waren, um diesen Krieg in unter drei Stunden Laufzeit auf die Leinwand zu kriegen. Neue Teamkonstellationen machen ab der ersten Sekunde Spaß, ohne dass man erst hinterfragen muss, warum Charaktere so reagieren, wie sie reagieren, da wir ihre Eigenschaften und Macken bereits kennen. Wer mit dem „Infinity War“ erst einsteigt, wird mit großen Fragezeichen im Kinosaal sitzen und ihn mit noch mehr Fragezeichen auch wieder verlassen.

Krieg und Konsequenzen bei Marvel?

Während wir zwar die großen, finalen Schlachten aus Filmen wie „Avengers“, „Civil War“ oder zuletzt „Black Panther“ gewohnt sind, musste man sich in der Vergangenheit häufiger die Frage stellen, ob das Handeln der Avengers jemals ernstzunehmende Konsequenzen haben wird? Nun bekommen wir mit Thanos endlich den Bösewicht, der sie alle mit einem Fingerschnipsen Schach-Matt setzen kann. Und irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass „Game of Thrones“-Schöpfer George R.R. Martin am Drehbuch mitgeschrieben hat.

Zugegeben ist der Krieg nicht frei vom üblichen CGI-Gelage, welches im popkulturellen Mainstream-Kino heute Gang und Gäbe zu sein scheint. Doch durch gezielte Schnitte, Handkamera-Einstellungen, die nah an der Action sind, Heldentum in den überraschendsten Momenten und nicht zuletzt durch die neuen Teamkonstellationen, wird euch dieser Krieg emotional auch bewegen.

Unbeeindruckt wird wohl niemand den Kinosaal verlassen. Im Anschluss wird, neben einigen anderen Fragen, auch die größte im Raum stehen: Wann kommt „Avengers 4“? Der Kinostart ist bereits angekündigt: Am 25.04.2019 wird die 3. Phase des MCU beendet werden.

Fazit: Der Krieg ist hier!

Marvel-Fans werden für 10 Jahre Treue belohnt. Trotz des gigantischen Casts von 30 Megastars ist der „Infinity War“ weitaus mehr als nur ein CGI-Kampf mit Bösewicht Thanos. Als Zuschauer kann man sich der Faszination über dieses Spektakel nicht entziehen. Für dieses Event sind Kinos gemacht.

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