Ocean's Twelve

  1. Ø 2.8
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Ocean's Twelve: Stylish-lässiges Sequel des Krimikomödienhits von 1999 mit All-Star-Crew.

Casino-Boss Benedict (Andy Garcia) sinnt auf Rache und schickt den Meisterdieben um Danny Ocean (George Clooney) einen europäischen Supergauner (Vincent Cassel) an den Hals. Der verwickelt die zum Dutzend aufgestockte Bande in einen bizarren Wettstreit. Nach einer Zusammenkunft in Chicago geht es unter anderem nach Amsterdam, Rom und Paris, um nationale Kunst- und Schmuckschätze aus bestens bewachten Asservaten wie dem Louvre zu stibitzen. Dabei ist ihnen eine attraktive Europol-Agentin dichter auf den Fersen, als man denkt.

Die bekannten Stars des Vorgängers plus ein paar Neuzugänge wie Catherine Zeta-Jones machen im gut gelaunten Kriminalkomödiensequel von Steven Soderbergh die Kunstwelt unsicher.

Danny Ocean und seine Spießgesellen formieren sich erneut – um gleich drei gewagte Coups parallel in Paris, Amsterdam und Rom durch zu ziehen. Das erfordert noch clevere Planung als beim ersten (Casino-)-Coup, vor allem, weil ihnen Terry Benedict auf den Fersen ist, den die Elf drei Jahre zuvor, um eine Menge Kohle und sein Mädchen gebracht haben.

Casinobesitzer Terry Benedict ist sauer. Klauten ihm doch einst Danny Ocean und seine zehn Kumpane 160 Millionen Dollar – und die Frau dazu! Also macht Benedict die Jungs in aller Welt ausfindig und stellt sie vor ein Ultimatum: entweder die Kohlen sind flugs wieder in seinem Besitz oder das FBI bekommt einen Tipp, wo sich die Gentleman-Räuber aufhalten. Panisch ruft Danny seine Komplizen zu sich und zieht drei Coups durch. Dicht gefolgt von Benedict und der Interpol-Agentin Lahiri, getriezt von einem nervigen französischen Rivalen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Über 25 Millionen Euro waren im Jackpot, und ganz Deutschland hat die Lottoannahmestellen gestürmt; zwei Leute haben schließlich gewonnen. Wenn man begabt ist wie Ocean und seine handverlesenen Helfer, dann kann man mit sehr viel sichererem Risiko eine Menge mehr Geld machen – wer gut ist, wird nicht von der Polizei geschnappt, wenn er ein Casino ausraubt. Allerdings kann, Jahre später, der Beraubte einen schnappen – wenn das Geld zum Fetisch wird und das Begehren zur Sünde, dann muss irgendwann gebüßt werden.

    Terry Benedict betritt die Szene des geruhsamen Ruhestandes, ein Krückstock wie einen Pferdefuß vor sich herschiebend. Und er fordert Sühne: 97 Millionen Dollar inklusive Zinsen, und deshalb müssen die Gauner wieder losziehen, diesmal nicht zur Befriedigung der eigenen Gelüste, sondern um ihr Leben zu retten.

    Zwei Wochen haben sie Zeit, und das Finale des Countdowns wird vom Film mit Einblendungen angekündigt. Doch während das Ultimatum fortschreitet, springt der Film immer wieder abrupt in der Zeit, Handlungselemente wird nachgereicht, Rückblenden plötzlich eingeflochten. Die Kriminalistin Isabel ermittelt in einem Haus in Amsterdam, plötzlich sehen wir die erste Begegnung zwischen Brad Pitt und der Ermittlerin, dann sehen wir den Einbruch, der die Nacht zuvor stattgefunden hat, dann erst geht der Film linear weiter... Es ist das Prinzip plötzlicher Einfälle, denen die Dramaturgie folgt – manche Szenen wirken wie aus dem Stegreif improvisiert, es ist fast ein Abwarten der Schauspieler und der Regie zu spüren, was denn als nächstes kommt. Und das Drehbuch zu schreiben muss großen Spaß gemacht haben, bei all den absurden und albernen Codewörtern, die in die Sprache der Banditen eingeflochten sind.

    Benedict hat einen bösen Engel, der ihm zuarbeitet, François Toulour, genannt Nachtfuchs, der beste Dieb der Welt, der aus lauter Eitelkeit einen Wettstreit beginnt mit Danny Ocean. Das Ziel ist ein kostbares Fabergé-Ei, doch eigentlich geht es um die Ehre und um das Leben von Danny und seinen Mitbanditen. Drei Parteien: Clooney und Kollegen, Cassel und Zeta-Jones, und zwischen diesen drei Faktoren flirrt der Film munter hin und her. Ein Twist folgt dem nächsten, so wie es sein muss in einem Caper-Movie und auch noch ein bisschen mehr. Alles ist Spiel in „Ocean’s Twelve“, es gibt keine Ernsthaftigkeit. Cassel spielt den herablassenden Europäer, der die amerikanische Konkurrenz verachtet, Ocean und seine Leute sind lässig und cool bis zum Gehtnichtmehr – Clooney und Pitt haben die besten Rollen, Blick und Gesichtsausdruck ist sehr komisch, obwohl, nein gerade weil sie sich nicht rühren.

    Der Film nimmt nichts ernst, auch sich selbst nicht. Ein Höhepunkt in jedem Einbruchsfilm wäre sicherlich, ein Haus anzuheben, um die Gesetze der Physik zu umgehen und an ein wertvolles Dokument heranzukommen. Hier wird die Sequenz völlig unterspielt, ganz knapp abgehandelt, nur um zu zeigen, was alles möglich wäre. Über viele Wendungen in der Geschichte wird einfach hinweggehuscht, und ein Spiel der Charaktere kann sich so kaum entwickeln. Dafür ist es eine Freude, dem Spiel der Darsteller zuzusehen; selten sah man so viele Stars beisammen, und es geht sogar so weit, dass im Rennen um das Fabergé-Ei Julia Roberts als Tess einen gewissen (noch dazu schwangeren) Hollywoodstar namens Julia Roberts spielen muss. Der Film verläuft sich etwas in seinen immer neuen Plottwists, denn ein richtiger Höhepunkt kann sich so nicht herausbilden – in „Ocean’s Eleven“ war neben dem Charme der Darsteller auch noch ein gewisser Drive im Drehbuch vorhanden. Nun aber wirkt der Film etwas zerfasert in seiner Selbstverliebtheit, die streckenweise am Zuschauer vorbeigeht. „Ocean’s Twelve“ ist funky, keine Frage, er ist cool – doch den Groove, den er in seinem Soundtrack vorausträgt, den kann er nicht einholen.

    Fazit: Viele Stars hatten offenbar sehr viel Spaß; soviel, dass für den Zuschauer auch noch einiges übrigbleibt.
  • Danny und seine Spießgesellen gehen nach Europa und bringen alle alten und ein paar neue Freunde und Feinde mit. Wenn sich George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und Co. in dieser schillernden Gauner-Moritat mit ihren unendlichen Nebenhandlungen, Haken, Ösen und überraschenden Wendungen auf einen Wettstreit mit einem französischen Meisterdieb einlassen, können sie auf den relaxt-verspielten Ton des Vorgängers „Ocean’s Eleven“ vertrauen, der in Deutschland im Frühjahr 2002 4,3 Mio. Besucher in die Kinos lockte.

    Lewis Milestones Rat-Pack-Klassiker „Frankie und seine Spießgesellen“ von 1960 hatte vor drei Jahren nicht nur das Handlungsgerüst und Location, sondern auch Ton und Stil des Remakes vorgegeben: eine elegante und lässige Fingerübung in Sachen Krimikomödie, die hochmodern und gleichzeitig in ihrem hemmungslosen (Ab-)Feiern von Stars und Style regelrecht klassizistisch wirkte. „Ocean’s Twelve“ führt den Ansatz konsequent fort: Wieder sind es die Drehorte, die die Umsetzung bedingen, weshalb Danny Ocean und seine diesmal um eine unerwartete Person aufgestockte Diebesbande sich diesmal im Stil des europäischen Kinos der 60er-Jahre durch Amsterdam, Paris, Como und Rom gaunern und bedingungslos für gute Laune sorgen. Das ist filmisch ziemlich gewagt, weil doch eher anspruchsvoll und intellektuell, wenn die (von Soderbergh einmal mehr unter dem Pseudonym Peter Andrews selbst geführte) Kamera beispielsweise zwei Figuren fixiert, aber zwei andere Charaktere sich miteinander unterhalten, aber doch nie selbstgefällig oder blasiert.

    Im Gegenteil: Der assoziative Nouvelle-Vague-Stil passt unheimlich gut zur temporeichen Erzählung, die sich auf einer Dauer von etwas mehr als zwei Stunden nicht eine Sekunde Auszeit gönnt: Immerhin müssen aus dem ersten Teil elf bekannte Protagonisten, eine Heroine und ein Bösewicht wieder eingeführt und zumindest zwei wichtige neue Figuren neu etabliert werden. Soderbergh macht das in der Manier eines Meisters und mit einer Ökonomie, die beeindruckend. Elf blitzschnelle und immer weiter verkürzte Rückblenden bringen den Zuschauer auf den Stand der Dinge. Danach türmt der Regisseur ein unglaubliches Szenario nach dem anderen aufeinander und findet immer noch Zeit für Umwege und Nebenkriegsschauplätze.

    Man müsste lügen, wenn man immer genau wüsste, was gerade passiert oder was das Gezeigte im Gesamtbild bedeutet. Aber die Atemlosigkeit ist immer noch so entspannt, dass man sich immer vorzüglich unterhalten fühlt und auch kein Problem damit hat, wenn die ein oder andere Figur mal für eine Dreiviertelstunde aus dem bunten Treiben in Old Europe verschwindet. Am Schluss macht alles Sinn (irgendwie), und man stellt fest, dass Soderbergh das Tempo nur deshalb so hoch gehalten hat, um manch Evidentes geschickt zu verhüllen.

    Ausgehend von George Nolfis Caper-Drehbuch „Honor Among Thieves“, das er mit Steven Soderbergh umarbeitete und um manche Idee anreicherte, setzt die Geschichte nahtlos am Ende des Originals an. Drei Jahre später müssen Ocean und Co. wieder zu Werke gehen, weil der von ihnen um schlappe 160 Millionen Dollar geprellte Terry Benedict ihnen mit dem Schlimmsten gedroht hat, wenn er sein Geld zuzüglich Zinsen nicht zurückbezahlt bekommt. Das ist leichter gesagt als getan: Denn nach einem spektakulär erfolglosen Raubzug in Amsterdam wird klar, dass Benedict nur Teil eines Plans des französischen Meisterdiebs Night Fox ist, der sich mit Danny messen will: Ein von Paris nach Rom zu einer Ausstellung transportiertes Fabergé-Ei wird zum Objekt der Begierde beim Kampf um die Krone der weltbesten Einbrecher.

    Der halbe Fun von „Ocean’s Twelve“ besteht daraus, dass diesmal eben alles schief läuft für Ocean und seine Bande – so sehr, dass schließlich sieben von ihnen, Danny inklusive, im Knast landen. Der verzweifelte Plan, den die verbliebenen Matt Damon und Don Cheadle, danach zum Diebstahl des Fabergé-Eis ausarbeiten, ist einer der dreistesten und unverschämtesten Kniffe, den sich ein Regisseur in einem Mainstream-Film jemals erlaubt hat. Er ist das absolute Highlight des Films – es darf aber nur so viel verraten werden, dass Bruce Willis (in einem gutmütigen Gastauftritt, nachdem er im Original die Garcia-Rolle abgelehnt hatte) eine entscheidende Rolle spielt. Für zusätzliche Verwirrung sorgt der ausgezeichnete Vincent Cassel als Night Fox (sein Capoeira-Ballett an der Laserüberwachung vorbei erhielt bei der Pressevorführung Szenenapplaus) und vor allem Catherine Zeta-Jones, die als ehemalige Flamme von Brad Pitts Rusty (isst diesmal nicht in jeder Szene, ist aber immer noch makellos gekleidet) und gerissene Europol-Agentin beinahe zur wahren Hauptfigur avanciert, während sich der Rest der Bande mit lässigen Ensembleauftritten begnügt: Jeder weiß, dass er bei Soderbergh in guten Händen ist. Ebenso wird es dem Publikum gehen, dass dankbar dafür sein wird, bei diesem herausragenden Stück Starkino spritzig und intelligent, stets gestützt von dem formidablen Score von David Holmes, unterhalten zu werden. Ganovenehrenwort. ts.

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