Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows Poster

„Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ - die Kritik

Alexander Jodl  

Optisch spektakulärer Einsatz der schuppigen Helden gegen ihren Lieblingsfeind Shredder und den Fiesling Krang aus einer Paralleldimension.

Die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ hatten es hierzulande immer etwas schwerer als andere Superteams. Egal, ob als Comic, Zeichentrick-Serie oder Realfilm: Über ein Mittelmaß an Wertschätzung kamen die vier kämpferischen Reptilien bei uns nie wirklich hinaus. Das kann natürlich an der sogar für Comic-Helden kruden Ausgangs-Story liegen: Vier Mutanten-Schildkröten im Untergrund von New York kämpfen gegen ähnlich kuriose Feinde. Oder an der für hiesige Geschmäcker etwas aufdringlich patriotischen Haltung der vier Ninjas Leonardo, Raphael, Michelangelo und Donatello, die nie müde werden zu versichern, wie sehr sie ihr New York doch lieben.

Nichtsdestotrotz, werden die „Turtles“ immer wieder in den Kampf geschickt. Und wer in den USA einen Auftritt auf der großen Leinwand absolviert, kommt an einem Abstecher in deutsche Kinos kaum vorbei. Das war so vor zwei Jahren bei der ersten soliden Realverfilmung ihrer Abenteuer – und ist natürlich genauso bei ihrer aktuellen Mission „Out of the Shadows“. Und eines vorab: Besser als hier, kann man die Abenteuer der „Turtles“ nicht auf die Leinwand bringen. Wer sich zu den Fans des kämpferischen Quartetts zählt, bekommt endlich die filmische Umsetzung, auf die er immer gehofft hat.

Allein die Optik der Kampf-Kröten ist dabei überragend gut gelungen: dynamische Fights, rasante Turnereien durch die City – dazu die dramaturgisch so wichtige und doch so schwer zu realisierende Mimik und Gestik: Eine nahezu perfekte Illusion. Natürlich alles dank modernster CGI. Aber wen interessiert’s, wenn das Ergebnis  so überzeugend ist wie hier. Die Kunst, einen humanoiden Superhelden à la „Superman“ oder „Spiderman“ adäquat zum Leben zu erwecken, beherrscht Hollywood ja seit etlichen Jahren. Doch die „Turtles“ und viele ihrer Feinde sind Mischwesen: Die eine Hälfte Mensch, die andere: Schildkröte, Ratte, Nashorn, Warzenschwein … Und zum ersten Mal gelingt es einer Comicverfilmung, solche Hybriden nicht hoffnungslos peinlich wirken zu lassen, sondern in fast jeder Hinsicht überzeugend.

Das gibt der neuen Verfilmung auch einen deutlich ernsteren Touch, als im ersten Teil. Der war ein Stück Traumfabrik für Teenager. Größere Jungs und vor allem Väter fanden bestenfalls am Anblick von Megan Fox Gefallen – ein Trick, der zugegebener Maßen auch jetzt noch funktioniert. Doch „Out of the Shadows“ fühlt sich an wie der erste „Turtles“-Ableger, den auch ältere Comic-Fans goutieren können. Optisch zumindest. Die Comic-Geschichten der mutierten Schildkröten gaben für gereifte Geschmäcker noch nie besonders viel her. Und sowohl der klingenschwingende Shredder als auch der frisch eingeführte Krang – ein destruktiver Kriegsherr aus einer Paralleldimension – werden zwar gut präsentiert, sind als Superschurken aber eigentlich hoffnungslos albern.

Und trotzdem. Wenn man den Mut findet, ein tendenziell juveniles Setting einfach mal zu akzeptieren, funktioniert das Spektakel unerwartet gut. Sogar jenseits der Volljährigkeit – „Turtle“-Fans im Teenie-Alter haben hier sowieso alles, wovon sie je geträumt haben. Nicht zuletzt, da die berühmten Sprüche der Kröten wirklich witzig  sind – und ihre einzelnen Missionen optisch atemberaubend inszeniert. Neu im Angebot:  Stephen Amell – der „Arrow“ aus der erfolgreichen TV-Serie  – als neuer Alliierter Casey Jones. Quasi das optische Gegenstück zu Männer-Blickfang Megan Fox. Passt gut als Star in den Film – und passt gut als Held in die Story.

Zum ersten Mal hat man also den Eindruck: Könnte doch noch was werden, mit den „Teenage Mutant Ninja Turtles“ im Kinosaal. Regisseur Dave Green wagt das Experiment, bei den Reptilien den dramaturgischen Regler ein gutes Stück von „albern“ in Richtung „ernsthaft“ zu verschieben. Dem Thema hat’s extrem gut getan. Erstmals präsentieren sich die „Turtles“ als vollwertige Superhelden – und nicht mehr als Gruppe schuppiger Komiker mit Ninjutsu-Kenntnissen. Ob er alte Fans damit verschreckt oder neue hinzugewinnt, bleibt abzuwarten. Aber ein knackiges „Cowabunga“ hat er sich mit dem Versuch auf jeden Fall schon mal verdient.

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