Twelve

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   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Twelve: Bestsellerverfilmung über das luxuriöse, scheinbar glamouröse, emotional aber frustrierende Leben reicher New Yorker Kids.

White Mike, 17-jähriger Schulabbrecher, versorgt die reichen Söhne und Töchter der New Yorker Oberschicht mit Marihuana, überlässt das Handeln mit der neuen Powerdroge „Twelve“ aber dem gefährlichen Dealer Lionel. Der Kontakt zwischen Penthouse und Straße führt schon bald zu zwei Morden, fast unbemerkt von den Kids, die im Rausch von Party, Sex und Drogen das andere Leben kaum wahrnehmen. Bis die große Glamourblase beim größten Event, der Geburtstagsfeier von High-School-Queen Sara, gewaltsam zum Platzen gebracht wird.

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Kritikerrezensionen

  • Man braucht Parties, um nicht alleine zu sein; und den Sex dort, oben in irgendwelchen Schlafzimmern; und natürlich die Drogen, die es da gibt. Man kann in seiner Einsamkeit auch auf die Dächer New Yorks steigen, die Stadt von oben betrachten, seine Mutter betrauern, die ein Jahr zuvor verstorben ist, dem früheren Gemeinschaftsgefühl nachsinnen, das einen verbunden hatte mit den Freunden, die jetzt andere Wege gehen. Oder man kann den anrufen, in den man schon immer verliebt war, seit der Kinderfreundschaft, die mit sieben Jahren begann; sollte dann aber nicht enttäuscht sein, wenn ein Treffen in einem Café nicht klappt. Man kann auch, wenn man alleine ist, ein Buch schreiben, den Roman einer süchtigen Upper-Class-Jugend, in der alles zählt, was nicht wahrhaftig ist – man kann sich vorstellen, dass Nick McDonells Roman „Twelve“ so entstanden ist, damals im Jahr 2002, als McDonell gerade mal 17 Jahre alt war.

    Nun hat Joel Schumacher einen Film daraus gemacht. Was recht skurril ist: Schumacher ist 1939 geboren, hat schon ca. tausend Filme inszeniert und macht sicht nun an das Debüt eines Jugendlichen über Jugendliche, das sich an Jugendliche richtet. Vermutlich ist Schumacher der Ansicht, dass die Geschichte etwas allgemeingültiges erzählt; lässt deshalb im Original Kiefer Sutherland die Voice Over sprechen, der ja auch schon älteres Semester ist, früher aber zu den jungen Wilden zählte.

    In der Handlung selbst haben die heutigen Jungen ihren Auftritt, alles spielt sich ab im abgeschlossenen Universum der reichen High-School-Kids zur Zeit des Spring Break, wo man die Sau rauslässt. Oder es zumindest versucht. Ein Reigen beginnt von Parties und der Suche nach Sex, von verlorener Freundschaft und dem Tod, der um die Ecke lugt. Da ist der Dealer White Mike, Hauptfigur und Verbindungsglied in eine andere Welt, repräsentiert durch die reine, unschuldige Moly, die ihn liebt und der er seinen Dealer-Job verheimlicht; da sind Junkies und Großdrogenhändler, da sind junge reiche Schnösel und arrogante Zicken, und da ist eine neue Droge namens Twelve, die richtig reinhaut, die dem Film den Titel gab, aber kaum im Mittelpunkt steht. Das alles wird erklärt und verbunden durch die Kommentarstimme im Film, spürbar mit Sätzen direkt aus der Romanvorlage: Sätze, die ein 17jähriger schreibt, der literarisches Gespür hat und eine fiebrige Wortgewalt (der aber wenig vom Leben weiß).

    Schumacher verfilmt das sehr straight, sprich: mit einer wohlgesetzten Dosis Schrägheit und einem abgeklärten Pseudofatalismus, der, nun ja: die Unreife wenn nicht der Vorlage, so doch des Films auf ungute Weise verstärkt. Ein überspitztes, überdrehtes Porträt einer Jugend auf der ständigen Suchen nach dem nächsten Kick will das sein, für den damit einhergehenden Anspruch einer gewissen Authentizität wirkt aber alles doch zu unrealistisch. Die Story ist zu konstruiert, zugleich auch zu vorhersehbar, weil es Ähnliches schon dutzendweise gibt, in Literatur und Film. Die Figuren tanzen in der Geschichte am Zuschauer vorbei, längeren oder tieferen Einblick in sie gibt der Film freilich nicht, was sie typisiert, fast schon karikaturesk wirken lässt. Und wo’s dann doch sinnig werden soll, nachdenklich und mit einer gewissen Message, da bleibt es dann doch banal.

    Es geht um die Oberflächlichkeit der Figuren, die hier angeprangert werden soll; aber natürlich müsste in Film, der sich mit der Leere im Leben seiner Protagonisten beschäftigt, nicht selbst oberflächlich sein.

    Fazit: Versuch eines Jugendporträt über unreife und oberflächliche Highschool-Kids, das aber selbst zu unreif und oberflächlich ist.
  • Mit 70 adaptiert Hitregisseur Joel Schumacher das Kultbuch eines 17-Jährigen über Kids der New Yorker Oberschicht im Partyrausch und Lebensvakuum.

    Zielorientierung, emotionale Bindungen, Antriebskraft – all das ist „Unter Null“ bei den reichen Söhnen und Töchtern, die Bret Easton Ellis‘ gleichnamigen Bestseller von 1985 nachleben. Schauplatz ist nun nicht mehr die Metropole der West-, sondern der Ostküste, wo Nick McDonell in finanzieller Sorglosigkeit aufwuchs. Über das Oberflächenleben der Oberschicht schrieb McDonell den Bestseller „Zwölf“, der nicht nur in Spurenelementen bereits den TV-Hit „Gossip Girl“ inspirierte. Chace Crawford, einer der Stars des Hochglanz-Teendramas, muss also für Schumachers McDonell-Adaption sein Revier nicht verlassen, aber Abstriche im Glamourfaktor hinnehmen.

    Als vom Tod seiner Mutter aus der Bahn geworfener Schulaussteiger White Mike vertickt er Marihuana, überlässt den Handel mit der neuen Powerdroge „Twelve“ aber Profidealer Lionel (Curtis „50 Cent“ Jackson). White Mike ist das Bindeglied für eine Reihe von ausschließlich jungen Figuren, die von einem Kick zum nächsten surfen und sich in ihrem Koordinatensystem, bestimmt von Sex, Party und Drogen, orientierungslos treiben lassen. Als Tourguide in diese Szene dient ein distanzierter, namenlos bleibender, im Original von Kiefer Sutherland gesprochener Erzähler, der für den Überblick in der episodischen Struktur und gelegentlich auch für spöttisch-zynische Kommentare sorgt. Es geht um High School-Queens, die vom Ruhm träumen und ihr männliches Gefolge manipulieren, um Spitzenschülerinnen, die sich für Drogen verkaufen, um Dealer, für die Mord zum Alltag gehört, um reine Seelen (Julia Roberts Nichte Emma), die mal von der Sünde kosten wollen, und um ungeliebte Abgestürzte, deren Frust sich schließlich in einem Amoklauf entlädt.

    Schumacher, der sich mit „St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief“ bereits 1985 als verständnisvoller Jugendonkel bewies, entwickelt den Film bedächtig, geht in ungewöhnlichen, theaterhaften Rückblenden auf prägende Momente in der Vergangenheit einiger Figuren ein, lässt die Temperatur des Films über ein paar Tage Beobachtungszeitraum bis zur Klimax ansteigen, die man über die individuelle Gewaltexplosion hinaus auch als allgemeine Metapher für Aufwachen sehen kann. Denn diese Kids, unter denen sich nur wenige Sympathiefiguren ausmachen lassen, verschlafen ihr Leben, obwohl sie glauben, es besonders intensiv zu erfahren. kob.

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