Meryl Streep Poster

Tom Hanks sagt ab, Meryl Streep schwankt

Ehemalige BEM-Accounts  

Kaurismäki hätte man noch verschmerzen können. Aber Oscars ohne die Laudatoren Will Smith, Tom Hanks, Cate Blanchett und die doppelt nominierte Meryl Streep?

"No-Show": Tom Hanks

Er ist der All American Movie-Star, Volksheld und Sympathieträger: Mit Tom Hanks hat nun jemand einen Boykott der Oscars angekündigt, den die Academy nicht mit einem mehr oder weniger unbeteiligten Schulterzucken von der Gästeliste streicht.

Hanks und seine Gattin Rita Wilson weigern sich, „an einer Glamour-Nacht teilzunehmen, während die USA im Irak Krieg führen“. Erst gestern hatte Will Smith, der wie Hanks einen Oscar übergeben sollte, seine Teilnahme abgesagt – allerdings ohne sich politisch zu äußern.

Cate Blanchett

Meryl Streep

Sollte die Verleihung trotz der vielen Absagen und Bedenkensbekundungen der Stars stattfinden, werden es stille Oscars werden – stille Oscars mit einem stillen Protest: Dustin Hoffman – nicht erst seit „Cinema for Peace“ auf der Berlinale die Speerspitze der Kritik gegen die Politik von George W. Bush – wird einen Pin in der Form des Friedenssymbols am Revers stecken haben. Ben Affleck und Julianne Moore werden sich dem leisen Statement anschließen.

Hintergrund dieser dezenten Form der Meinungsäußerung ist auch die Maßgabe von Oscar-Produzent Gil Cates, der die Stars immer wieder bittet, in ihren Äußerungen beim Thema zu bleiben – und das sei Film und nicht Politik.

Nicht immer ist es der Protest, der die Beteiligten zur Absage treibt. Die Designer Donatella Versace und Giorgio Armani werden nicht wie gewöhnlich nach L.A. fliegen, um den prominenten Abnehmern ihrer Kreationen persönlich die Kleider umzulegen – das erledigen die Assistenten, weil den Modemachern derzeit „das Fliegen zu gefährlich ist.“

Ähnlich hat sich auch Nicole Kidman geäußert, die aber trotz Flugangst unbedingt an der Zeremonie teilnehmen will. Die Australierin ist als Beste Hauptdarstellerin für „The Hours“ nominiert und wird als eine der möglichen großen Gewinnerinnen des Abends gehandelt.

Unschöne Nebengeräusche sind derzeit von den Vorbereitungen auf die große Party des Modemagazins „Vanity Fair“ zu hören, traditionell das zweitgrößte Glamour-Event nach dem dieses Jahr nicht stattfindenden Empfang am Roten Teppich vor der Oscar-Zeremonie: Im Anschluss an die Verleihung ziehen die großen Hollywood-Stars und die wichtigsten Pressevertreter alljährlich zu der Festivität im Speisetempel „Morton’s“. Doch jetzt haben die Veranstalter sämtliche Journalisten, Fotografen und Kamera-Teams von der Gästeliste gestrichen. Der Grund: Die Stars wollen nicht lachend und in Partylaune abgelichtet werden, um später in den Medien nicht oberflächlich und bedenkenlos zu wirken.

Dazu ein Medienvertreter: „Wenn DAS nicht sch**** oberflächlich ist, dann weiß ich’s wirklich nicht!“

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